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Die Zukunft im Blick: das Property Fachforum 2016

Das Fachforum Property erwartete seine Gäste am 6. Oktober 2016 in Frankfurt wieder mit einem breitgefächerten Programm. Es schlug einen Bogen von allgemeinen Zukunftstrends über strategisches Risikomanagement und internationale Versicherungsprogramme bis hin zum Mega-Schadenereignis Tianjin und dem Versicherungsmarkt in der Türkei. 

Foto: Städelmuseum, Frankfurt

Jürgen Wiemann (Head of Property CEE) gab zunächst ein AGCS Update und lieferte einen Ausblick auf künftige Trends im Schadenbereich: Wesentliche Treiber der Katastrophenschäden sind in erster Linie die damit einhergehende Betriebs- und Lieferkettenunterbrechung, weil die Unternehmen zunehmend weltweit vernetzt sind. Besonders betroffen ist die Region Asien und die Industriebranchen Automotive, Halbleiter, Pharma, Energie sowie die Petrochemie. Mit dem Verweis auf Rapid Automation/Robotics als ein Beispiel der Industrialisierung von Arbeitsprozessen innerhalb der Allianz bzw. AGCS stimmte Jürgen Wiemann auf das nachfolgende Thema Zukunftsentwicklung ein.

Das Thema technologischer Wandel wurde diesmal aus einer wissenschaftlichen Perspektive beleuchtet, nachdem es beim Fachforum 2015 mehr um die versicherungstechnische Sicht ging. Michaela Evers-Wölk vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung zeigte die Megatrends auf und wies gleichzeitig auf den Preis der digitalen Transformation hin, die Gewinner wie Verlierer mit sich bringe. Wie kann in diesem Zusammenhang Zukunft gestaltet werden?
Fazit, so die Zukunftsforscherin: Die digitale Transformation lässt sich nicht aufhalten. Allerdings haben im Umgang mit der Digitalisierung noch längst nicht alle Marktteilnehmer den dafür notwendigen „Reifegrad“ erreicht.

Die Entwicklung in der Türkei stand im Mittelpunkt des Vortrags von Didem Yuksel (Corporate & Property Facultative & IIP Accounts Manager of AZ Turkey). Die Türkei gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit und bietet als aufstrebende Nation aufgrund ihrer geographischen Lage zwischen Ost und West ein dynamisches Wirtschaftsumfeld. Der türkische Versicherungsmarkt verspricht hohe Zuwachsraten, da eine geringe Marktpenetration besteht. Didem Yuksel sprach neben diesen Entwicklungen auch über die Herausforderungen des türkischen Versicherungsmarktes im Zusammenhang mit dem Thema Erdbeben.


Auch in diesem Jahr konnten die Teilnehmer des Fachforums wieder zwischen 3 Workshops auswählen und jeweils an zweien teilnehmen. Auf der Agenda standen die Themen:

Tianjin aus Sicht des Sachversicherers
Nach den Explosionen im vergangenen Jahr gab es heftige Kritik am Krisenmanagement. Medien konnten nicht frei berichten, lange Zeit war nicht klar, was die Explosionen ausgelöst hatte. Auch die Feuerwehr schien nicht gewusst zu haben, welche Chemikalien im Spiel waren. Holger Geier (Head of Claims Property CEE) und Christine Höfflin (ARC GER) haben den Fall auf Basis der bekannten Faktenlage aufgerollt und Erklärungen gefunden, wie es zu diesen weitreichenden und verheerenden Explosionen kommen konnte. Daneben war der künftige Umgang mit Kumulrisiken von großen Hafenanlagen, Großlägern oder Industrieparks ein zentrales Thema.

Aufbau und Umsetzung von internationalen Versicherungsprogrammen
Die Produktionsverlagerungen ins Ausland und internationale Lieferketten rücken die Frage nach einem weltweiten Versicherungsschutz immer mehr in den Fokus. Die komplexe Gemengelage von nationalem, europäischem und ausländischem Aufsichts-, Vertrags-, Gesellschafts- und Steuerrecht beeinflusst dabei maßgeblich die Gestaltung eines internationalen Versicherungsprogrammes.
Swantje Wilhelm (UW Property GER) und Winfried Rommel (Head of Global Practise Group & Partner Management) haben die wesentlichen Aspekte bei der Implementierung von internationalen Versicherungsprogrammen herausgearbeitet. Anhand von Fallbeispielen wurde über Lösungsmöglichkeiten und mögliche Konsequenzen bei Nichtbeachtung angeregt diskutiert.

Strategisches Risikomanagement – Steuern von Property Risiken
Werden Risiken nicht rechtzeitig erkannt und bewältigt, können sie die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens gefährden und ggf. zu einer Krisensituation führen. Risikomanagement zielt darauf ab, eine Kultur der Risikolenkung in der Organisation entstehen lassen. Wie Risikomangement-Strategien aussehen und wie sich damit die wesentlichen Property Risiken steuern lassen, darüber informierten Dr. Marc Lieder (Head of Global Risk Underwriting & Governance) und Karl-Heinz Berger (PGL Heavy Industries & Base CEE) am Beispiel des Vorgehens der AGCS.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne:

Sylke Grosch-Nebgen                                                                                Regional Business Analyst Property                                                                  e-Mail: sylke.grosch-nebgen@allianz.com