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Verpackt, verladen, verschickt

Wussten Sie, dass die Experten der AGCS im Bereich Marine Transporte nicht nur versichern, sondern auch im Vorfeld durch aktive Risikoberatung zur allgemeinen Verbesserung der Ladungssicherheit beitragen?

Anhand eines realen Beispiels erklärt unser Spezialist Piotr Szymczak, wie er mit seinem Fachwissen dazu beitragen kann, dass die Ware der Kunden sicher ans Ziel kommt.

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Die Allianz Risk Consulting GmbH (ARC), eine Tochtergesellschaft der Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS), ist das interne Kompetenzzentrum der AGCS für Risikoberatung und Analysen zur Schadenverhütung im Bereich Transport und Seekasko. Die Experten sind weltweit im Einsatz, mit Stützpunkten in Deutschland, den USA, Asien, Großbritannien und Frankreich. Um den Kunden den optimalen Service zu bieten, arbeitet die ARC  eng mit den globalen Schaden- und Underwriting Teams zusammen.

Ein Schwerpunkt der Risikoingenieure ist die kompetente Beratung und Überwachung von See-, Luft- und Landtransporten, sowie die Verpackungsberatung.  Durch die steigende Anzahl an Containertransporten sind Präventivmaßnahmen und Aufklärungsprogramme zur Verbesserung der Ladungssicherung in den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt. Unsachgemäße Stauung oder  Ladungssicherung gehören zu den Hauptursachen für Schäden bei containerisierten Transporten, hier können bereits kleine Fehler zu großen finanziellen Verlusten führen.

Doch wie läuft so eine Verpackungsberatung genau ab, und was sind die größten Herausforderungen für die Risikoingenieure? Anhand eines realen Falls schildert ARC Marine Experte Piotr Szymczak, wie sein Know-how den Kunden hilft, ihre Ware sicher ans Ziel zu bringen (Anmerkung: Aus Vertraulichkeitsgründen bleibt der Kunde im folgenden Bericht anonym).

Sicher und unbeschädigt von A nach B

„Unser Kunde ist ein global tätiger Hersteller von Spinnanlagen für Synthetik Fasern, der seine Produkte für Übersee meist in Containern versendet “, erklärt Szymczak „Das Unternehmen plante,  den Versand eines in großer Zahl produzierten Textilmaschinentyps im Rahmen des sogenannten FCL/FCL-Verfahrens  zu optimieren.“ FCL ist die Abkürzung für „full container load“ und bezeichnet den Transport eines vom Versender gepackten Containers zum Empfänger, also quasi den containerisierten Haus-zu-Haus-Verkehr.

Dabei wird der Container in der Regel per LKW zum Seehafen transportiert und nach dem Seetransport wieder per LKW zum Empfänger befördert. Das heißt, dass die Verpackung und der Containerstau den Beanspruchungen des Straßen- und Seetransportes entsprechen müssen. Die bisherige Verpackung, eine Vollholzkiste, sollte im Zuge dieser Umstellung durch eine sogenannte Schlittenverpackung ersetzt werden.

„Die Optimierung des Versandes versprach dabei nicht nur erhebliche Einsparungen bei den Verpackungskosten, sondern auch eine deutlich bessere Auslastung der Container  und damit niedrigere Transportkosten für unseren Kunden“, so Szymczak. Er wurde von dem Unternehmen kontaktiert und gebeten, die risikotechnische Beratung bei diesem Projekt zu übernehmen.


Schritt 1: Die Prüfung

Zu Beginn erfolgte eine detaillierte Prüfung des vom Kunden neu entwickelten Verpackungs-/Ladungssicherungskonzeptes. Im Vordergrund der Ingenieure von ARC Marine stand hierbei die grundsätzliche Eignung hinsichtlich der zu erwartenden Transportbeanspruchungen.

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Abb. 1: Plan zur Optimierung der Ladungssicherheit (Quelle: AGCS)

„Bei dieser Analyse geht es im Prinzip darum, ob die Ladungssicherung im Container stimmig ist, etwa in Bezug auf die Ladeeinheiten, die möglichst auf die Containerabmessungen abgestimmt sein  sollten. Wir schauen uns auch an, welche und wie viele Sicherungsmittel vorgesehen sind, um eine sachgerechte Ladungssicherung zu gewährleisten. Wir wissen aus unseren Erfahrungen, dass vor allem der Bereich vor der Containertür der schwächste Teil hinsichtlich der Druckbelastung ist. Mittels dieser Untersuchung wollen wir dazu beitragen, dass die Güter unbeschädigt beim Endempfänger ankommen.“

Schritt 2: Besichtigung vor Ort

Nachdem bei dieser Prüfung keine gravierenden Mängel festgestellt wurden, erfolgte im nächsten Schritt eine Besichtigung vor Ort mit dem Kunden, um die praktische Umsetzung des Konzeptes hinsichtlich Verpackung und Ladungssicherung zu bewerten und bei Bedarf weiter zu optimieren.

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Abb. 2: Verpackte Ware vor der Verladung (Quelle: AGCS)

„Bei der Besichtigung vor Ort konnten wir feststellen, dass die vom Kunden geplante Ladungssicherung der Textilmaschinen vor allem gegen Kippen – u.a. durch Transportbelastungen während des Seeverkehrs – noch nicht optimal war“, erzählt Piotr Szymczak. „Um die Kippgefahr zu verhindern, empfahlen wir den Einbau von Holzrahmen-Abstützungen gegen die Containerdecke, eine Methode, mit der wir in der Vergangenheit schon viele positive Erfahrungen gemacht haben.

Außerdem haben wir mit dem Kunden mögliche Maßnahmen besprochen, um die Ladungssicherung im Bereich der Containertür zu verbessern.  Das bedeutet Sicherung der Ladung innerhalb des Containers gegen Verschub, um mechanische Schäden an dem Versandgut bzw. Container zu verhindern. Im schlimmsten Fall könnten die schweren Güter die Containertür durchbrechen, was natürlich katastrophal wäre.“


Erfolgreiche Umsetzung gelungen

Das neue Konzept der Schlittenverpackung wurde von allen Beteiligten akzeptiert und von dem AGCS-Kunden erfolgreich eingeführt. Das Unternehmen konnte dadurch seine Transportkosten deutlich reduzieren. Gleichzeitig wurde durch die Beratung von ARC Marine sichergestellt, dass sich das Risiko eines Transportschadens durch die neue Verpackung nicht erhöht.

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Abb. 3: Verpackte und verladene Waren (Quelle: AGCS)

Im Rahmen des Projekts standen die Transporte über einen Zeitraum von 12 Monaten unter erhöhter Beobachtung. In dieser Zeit traten keine Schäden ein, die eine Nachbesserung des Konzepts erforderlich gemacht hätten.

Unser Experte

Piotr Szymczak (Dipl.-Ing.) hat an der Fachhochschule Hamburg (heute Hochschule für Angewandte Wissenschaften) studiert und ist seit 1991 bei AGCS im Bereich Risk Consulting Marine als Experte u.a. für Ladungssicherung im Einsatz.

E-Mail: piotr.szymczak@allianz.com